Menhire

Korsika-eine Fotostrecke

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Kindermund

Heute in einem städtischen Laden. Ich stehe in der kurzen Schlange vor der Kasse, ein Bub mit dunkler Haut und fröhlich leuchtenden Augen zupft an meinem Mantel. Er zeigt mir seinen durchsichtigen Plastiksack mit einem Gipfeli. Die Freude darüber scheint gross, seine Mama habe ihm das gegeben, erklärt er in einem Gemisch aus Dialekt, fremder Sprache und Hochdeutsch. Seine kleinere Schwester tut es ihm nach, ich frage die beiden, wie sie heissen. Er nennt seinen Namen und streckt mir 5 Finger entgegen. Die kleine Schwester sagt ihren Namen und hält drei Finger hoch. Dann frage ich, und wie denn der kleine Bruder, der im sportlichen Kinderwagen liegt, heisse. Der, der sei neu, sagt der 5-jährige…

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Zeitgenössisches Bauen ?

Da gibt es eine Bauparzelle an bester Lage in einer Vorortsgemeinde der Schweizer Kapitale. Es wird kein unbebautes Land benötigt (auf der Parzelle steht ein Abbruchobjekt). Die Fläche des Grundes ist von beachtlicher Grösse. Im weiten Umkreis gibt es keine historischen oder speziell interessanten Gebäude, die nach Rücksichtnahme verlangen. In unmittelbarer Nachbarschaft sind Hochhäuser. Die Parzelle ist voll erschlossen, öV einen Steinwurf entfernt. Ein Naherholungsgebiet und der See sind vor der Tür und doch nicht frei in unbebautem, schützenswertem Raum. Ein Glücksfall sozusagen. Auf der Parzelle hätte –  ohne zu übertreiben – Architektur von nationaler Bedeutung entstehen können und das 10 Fahrminuten vom Hauptbahnhof entfernt…..

Obiges Bild zeigt einen Ausschnitt der real entstandenen Tristesse.   Es zeigt in brutalster Weise, was ein Baugesetz (was wird da eigentlich geregelt ?),  Kleingeist, Visions- und Geschmackslosigkeit sowie Profitdenken anrichten können.

Solche Bauten stehen dominant im öffentlichen Raum und verlangen eigentlich von den Erbauern auch Rücksichtnahme und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Solche Schandmale wie das hier legal entstandene, kränken jeden guten Geschmack, berauben verantwortungsvolle, fortschrittliche und weiterdenkende Bauherren und Architekten der Wirkungsfelder und schaffen mit der stumpfen und plumpen Kleckerei auch ein abgetakeltes Allgemeinbefinden in diesen „Wohnstätten“.

Ein Baugesetz das seine Existenz und seine Integrität rechtfertigen will, verlangt hier umgehend RÜCKBAU und DENK-Pause!

 

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Zwei Wölfe

Ein alter Indianer sass mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Holz knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.
Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: „Weisst du, wie ich mich manchmal fühle? So als ob zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.“
Der Junge fragte: “ Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“
„Der Wolf, den ich füttere“, antwortete der Alte.
(Quelle unbekannt, danke Hanna)

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Apium graveolens var. rapaceum

äähm… oder viel einfacher Sellerie bzw. Knollensellerie heisst der bärtige Geselle, der am letzten Januartag dem Garten auf 1000 müM entrissen wurde. Die beste Vorratskammer, für einmal, war er doch knackig frisch und duftend, trotzdem fragt frau sich angesichts der stossenden Tulpen, ob das kurze Wintergastspiel nun Premiere und Derniere gewesen ist oder ob dereinst, im nahen März oder April vielleicht doch noch… „sigs wies wöll“ – er, der Bärtige fiel in die Suppe, aus dem nächsten, dem letzten, wird’s Salat geben, Winter hin oder her.

Kopfreise

Bedrückend und schön, fast tägliche Realität: Ungeahnte Welten entdecken (Musik, meistens; Bücher, Bilder, Künstler; Seelenverwandte, zu selten, leider…), zufallend, weil die Schreiberin vor dem Gang ins Stadtbüro ins nahe Café geht, die Kulturseiten samt Espresso geniesst und irgendwo, ganz klein, findet sich ein Hinweis, sie liest ihn, „In My Solitude“ – solitudine – es gibt Worte, die haben eine ganz eigene Magie, Melancholie wäre so oder mäandern oder Meerhaut oder … der Hinweis auf ein Konzert mit Branford Marsalis, notiert, gehört, fortgetragen – noch einmal ein Mintdrink im Ritablue – und DIESE Musik… in Barcelona…

 

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Losung

Wintertage rufen nach einer alten Liebe, einer die bleibt – über den Lebensabschnitt hinaus, mitgeht und mitkommt, treu – wenn die Liebende andere Wege geht, in fremden Büchern schwelgt, um dann, an Tagen wie heute, beim Anblick der Hügeldünen wieder an ihn zu denken, an ihn und den andern der Beiden – sie mag beide sehr und das geht ohne Eifersucht oder Streit, weil sie, die Haiku-Dichter längst anderswo sind, fern und der Lesenden doch so nah.

Issa (1763-1827)
schrieb

Ein Wolf! – das sieht man
dieser Losung an. – Die Kälte
wird noch beissender…

Vom anderen wird zu lesen sein. Später.

 

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Zum neuen Jahr – bedingungslos

Zum ersten Tag des neuen Jahres stellten sich zwei von drei Kindeskindern ein. Die grosse Mutter bekam diverse Coupons* mit „Geschenken“. Ausgangspunkt waren Fahrkarten für Reisen, die von der nahen Stadt in die entferntere (Zürich) wiesen, dann nach England, Australien und schliesslich in „Aufallelendergültig, nur zeigen“ mündeten. Dazu gabs „Medizin, gratis“ ebenso wie „Hotelzimmer, gratis“ oder „Freundinnen, gratis“. Der noch nicht Siebenjährige versah seine Nonna auch mit Reisegeld. Mit bedingungslosem.

Wären oder sind es nicht die allerschönsten Geschenke – wenn etwas erwartungs- und bedingungslos geschenkt wird? Klar, jedeR nimmt für sich in Anspruch, ohne erhoffte Gegenleistung zu schenken, wie oft es anders ist, erfährt, wer mutig genug ist, am Glanzpapier zu kratzen und tiefer zu schauen. Die Schenkmotive sind vielfältig – aus dem Herzen schenken, um Freude zu bereiten, Liebe oder ähnliche Regungen auszudrücken und völlig erwartungslos – eben bedingungslos, das ist die hohe Kunst und die ist nicht an Geld gebunden.
In diesem Sinne wünsche ich allen, die hier vorbei schauen, für das junge Jahr 2016 absichts- und bedingungslose Zuwendung; Glücksmomente, die aus dem eigenen oder dem Gegenüberherz kommen; Achtung und Liebe, die ohne Wenn und Aber fliessen, nicht in Kategorien denken und neben Menschen auch Tiere und Pflanzen als lebendige Wesen ehren. Einverstanden – Lebensaufgaben…!
*Fotoqualität situationsbedingt;-)