Verweilend

Wie sonst im Leben auch zeigt sich in der Ausgestaltung bzw. in der Art und Weise, wie ein Garten gepflegt/bearbeitet/unterhalten/angelegt/sich selbst überlassen wird, auch etwas viel vom Wesen derjenigen, die ihn hüten. Vielleicht vergleichbar, was für einen Hund man mit sich führt, wie man kocht (heikel!), wo frau einkauft oder wie Menschen ihre Ferienplanung angehen. Alles sehr individuelle Fragen mit dem Potential, ein Reizthema zu werden. Solche liegen derzeit allüberall in der Luft. Im Grossen wie im Kleinen tut mensch gut daran, die eigenen Worte mit Bedacht zu wählen, durchzuatmen und gelegentlich halt einfach zu schweigen… wobei… Ruhe jetzt!
Der ARGA-Garten ist gute zehn Jahre jung. Bereits hier waren die Lärchen, Birken, Tannen, Hainbuche, Weissdorn, Holunder und einige mehr. Der Rhododendron, Bergflockenblumen und eine Azaleenart. Damit hatte es sich weitgehend. Der Garten bzw. die Möglichkeiten, hier gärtnerisch zu wirken, war mit ein Grund, dass sich die Gärtners hier niederliessen. Jetzt, gute zehn Jahre später, sind die Einwirkungen und das Lassen sichtbar. Klar war immer, dass Gärtners Garten biologisch gepflegt wird, dass Biodiversität einen hohen Stellenwert hat und dass er ein Nahrungsangebot für Tiere, v,a. Insekten haben soll (eigentlich dachten Gärtners nicht unbedingt daran, dass auch SCHNECKEN und Rehe an der Futterkrippe stehen werden).
Rückzugsmöglichkeiten für Tiere – leider noch immer kein Igel – sind zwingend, Nistkästen für diverse Vögel, den Wassertrog für die Seerosen bewohnt Jakob Molch mit Gefolge.
Dem Gegebenen folgend und den eigenen Bedürfnissen entgegenkommend, hat er sich auf drei Etagen zu einem Mix aus Blumen-, Nutz- und Lebensgarten verwandelt. Umwandlungsort von Grünmasse in Kompost, temporäre Schlafstätte für Gärtners, Spielplatz für Kinder, Treffpunkt von Katzen, Dachs, Fuchs und Reh, Beobachtungsstätte für die Aufzuchtarbeit der Vögel und Flugversuche der jungen Rotmilane und und und.
Das Verhalten bzw. das Verweilen der Pflanzen erfüllt mit Dankbarkeit. So gibt es Gewächse, die nun seit Jahren mitwachsen, sich versamen oder bei ungünstigem Standort weiterziehen. Die pfirsichblättrige Glockenblume zum Beispiel war arg bedrängt durch Beerenstauden und zog sich ganz zurück. Dieses Jahr nun blüht sie an einem ganz anderen Ort (freistehend und besonnt), ohne dass jemand eingegriffen hätte. In jedem Frühling kommt unweigerlich die Wiedersehensfreude mit Päonien, Clematis, Monarde, Fuchsien, Rosen und v.m.
Verweilend und der steten Veränderung bewusst einen Platz suchen, an dem der eigenen Entfaltung nichts im Wege steht. An die Sonne ziehen. Rückzug. Manchmal sogar ganz und für immer gehen. Wenn Boden, Lichtverhältnisse oder Nahrung nicht passen, braucht es eine Veränderung. Bei Pflanzen und Menschen. Auf dass es allen wohl sein kann…



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