ARGAblog: Kein TV

Ich vermute, diese kleinen Kommunikationshilfen – Handy oder Mobile – haben einen eingebauten Selbstzerstörungsmodus. Kaum haben wir uns wirklich aneinander gewöhnt, muckt es auf. Das Verhalten meines Gerätes liess den Besuch eines entsprechenden Shops als ratsam erscheinen. Mir war, als spreche der gestylte junge Mann bereits etwas lauter und langsamer und als ich meine Wünsche in Bezug auf ein neues Gerät äusserte (es waren wenige – – Funktionalität und geringe Kosten vor coolem Design und tausend Möglichkeiten, die ich nicht benötige —) wurde sein Blick mitleidig und seine Antworten knapp. Wenn Sie nicht mehr brauchen, haben wir keine grosse Auswahl! Mindestens zweihundertvierzig Franken müssen Sie in jedem Falle ausgeben. Unbeirrt frage ich nach dem Treueangebot. Aha, das was ich Ihnen biete ist eben das Treueangebot. Das Mobile würde sonst glatt das Doppelte kosten – wenn Sie weitere 24 Monate bei uns bleiben, schenken wir Ihnen…. ich höre schon gar nicht mehr richtig zu und verabschiede mich.
Heute Versuch zwei: ich spreche die Litanei meiner Wünsche, der Berater im Shop zwei meint, wunderbar – wenn nur alle Kunden so klar wüssten, was sie wollen und nein, das rosa Angebot taugt nicht, weil Sie zu abgelegen wohnen, Sie haben ja nicht einmal die maximal schnelle Internetverbindung… meine Netzverbindung ist schneller als jene die ich in der Stadt nutze aber eigentlich möchte ich ja ein mobiles Telefon… ja genau, meint er, für Sie hab ich ein Topangebot. Angebot XY, das TV-Angebot, da ist auch das Mobile drin, Sie bekommen ein Paket und ein Kästchen, packen Sie es am besten gar nicht aus und nach zwei Monaten bringen Sie es mir einfach in den Shop und das Ganze kostet Sie nichts und ich geb Ihnen das Handy dazu. NEIN, kein TV! Kein TV??? Kein TV… Aha. Macht nichts. Guten Abend.

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