Archiv des Autors: Lisa Tralci

Land der verlorenen Zeit

In mein Herz weht nun ein frischer Wind
aus jenem weit entfernten Land.
Wo sind die blauen Hügel, geliebt als Kind,
wo Türme und Farmen, die ich gekannt?
Es ist das Land der verlorenen Zeit,
so strahlend rein wie zu Beginn.
Die frohen Wege lief ich weit und komme nie wieder dort hin.

A.E. Housman in: „A Shropshire Lad“

7 Fragen an Ihr Leben

Sieben Fragen an Ihr Leben. Von André Heller

Zwecks besserer Lesbarkeit:

  • Leben Sie synchron mit den klugen Bedürfnissen Ihrer Seele?
  • Haben Sie eine Eleganz der Gedanken und Taten?
  • Gelingt es Ihnen, die Kluft zwischen wesentlichen Erkenntnissen und den Konsequenzen, die daraus resultieren sollten, zu überbrücken?
  • Sind Sie häufig dankbar, anderen und sich selbst gegenüber? (Auch den nimmermüden Leistungen Ihres Körpers gegenüber?)
  • Verwandeln Sie sich über die Jahrzehnte ins Gelungenere?
  • Glauben Sie, dass man genau die Art von Energie, die man aussendet, auch zurückerhält?
  • Haben Sie Ihre wesentlichen guten Fähigkeiten gefördert oder eher veruntreut?

Hier entdeckt. Grosse Fragen. Wunderbare. Die Sieben ist noch nicht erfüllt.

Mondvogel

Zurück – für kurz oder lang – wer weiss das schon, nach langer Abwesenheit, in der auch das Passwort für den Einstieg zwischen die Ritzen gefallen ist… seit Anbeginn dieser Notizen schwankend, was Sinn macht und was lediglich Zeit frisst und doch ab und zu auch erfreut, weil das eine oder andere auf diese Weise festgehalten und nochmals lesbar ist.
Im Garten des Wunderns und der täglichen Dankbarkeit ist dieser Falter aufgefallen, bis dato unbekannt. Das Netz bietet hier gute Dienste, es ist ein Mondvogel aus der Familie der Zahnspinner. https://de.wikipedia.org/wiki/Mondvogel
Ihn zu bestimmen erinnerte die Gärtnerin an ihr einstiges Vorhaben (zugegeben: etwas spleenig): sie träumte davon, eine Art Pflanzenkataster zu erstellen und dabei alle auf dem ihr zur Verfügung stehenden Grundstück wachsenden Pflanzen zu erfassen und in die „botanische Ordnung“ zu stellen. Die Betrachtung eines winzigen Ausschnitts zeigt etwas von den Dimensionen, die ein solches Vorhaben annehmen würde. Die Idee dazu entstand einerseits aus der Motivation, alle Pflanzen zu kennen, sie richtig benennen und einordnen zu können, andererseits auch aus dem Staunen über die Vielfalt. Während viele Landschaften einfach ausgeräumt sind, ist hier ein wunderbarer Gartenkosmos entstanden, ein Ort, an dem sich Viele und Vieles wohlfühlt. Pflanzen, Tiere und Menschen.
Vermutlich wird anderes dringlicher sein als dieses Wunschvorhaben. Ganz aufgegeben ist es (noch) nicht.

 

Korsika-eine Fotostrecke

Kindermund

Heute in einem städtischen Laden. Ich stehe in der kurzen Schlange vor der Kasse, ein Bub mit dunkler Haut und fröhlich leuchtenden Augen zupft an meinem Mantel. Er zeigt mir seinen durchsichtigen Plastiksack mit einem Gipfeli. Die Freude darüber scheint gross, seine Mama habe ihm das gegeben, erklärt er in einem Gemisch aus Dialekt, fremder Sprache und Hochdeutsch. Seine kleinere Schwester tut es ihm nach, ich frage die beiden, wie sie heissen. Er nennt seinen Namen und streckt mir 5 Finger entgegen. Die kleine Schwester sagt ihren Namen und hält drei Finger hoch. Dann frage ich, und wie denn der kleine Bruder, der im sportlichen Kinderwagen liegt, heisse. Der, der sei neu, sagt der 5-jährige…

Zwei Wölfe

Ein alter Indianer sass mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Holz knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.
Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: „Weisst du, wie ich mich manchmal fühle? So als ob zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.“
Der Junge fragte: “ Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“
„Der Wolf, den ich füttere“, antwortete der Alte.
(Quelle unbekannt, danke Hanna)

Apium graveolens var. rapaceum

äähm… oder viel einfacher Sellerie bzw. Knollensellerie heisst der bärtige Geselle, der am letzten Januartag dem Garten auf 1000 müM entrissen wurde. Die beste Vorratskammer, für einmal, war er doch knackig frisch und duftend, trotzdem fragt frau sich angesichts der stossenden Tulpen, ob das kurze Wintergastspiel nun Premiere und Derniere gewesen ist oder ob dereinst, im nahen März oder April vielleicht doch noch… „sigs wies wöll“ – er, der Bärtige fiel in die Suppe, aus dem nächsten, dem letzten, wird’s Salat geben, Winter hin oder her.

Kopfreise

Bedrückend und schön, fast tägliche Realität: Ungeahnte Welten entdecken (Musik, meistens; Bücher, Bilder, Künstler; Seelenverwandte, zu selten, leider…), zufallend, weil die Schreiberin vor dem Gang ins Stadtbüro ins nahe Café geht, die Kulturseiten samt Espresso geniesst und irgendwo, ganz klein, findet sich ein Hinweis, sie liest ihn, „In My Solitude“ – solitudine – es gibt Worte, die haben eine ganz eigene Magie, Melancholie wäre so oder mäandern oder Meerhaut oder … der Hinweis auf ein Konzert mit Branford Marsalis, notiert, gehört, fortgetragen – noch einmal ein Mintdrink im Ritablue – und DIESE Musik… in Barcelona…