Nicht nur ein Quartier verarmt…

Der Tag der endgültigen Schliessung rückt näher – ein Geschäft mehr, dem unter anderem die „Geiz-ist … – Mentalität den Schnauf genommen hat. Die Bedeutung dieses Ortes für die Schreiberin habe ich an anderer Stelle (siehe Seite 26) ausgeführt, der Verlust ist hart, weil er ein Quartier trifft, das Entwicklungen mittragen bzw. aushalten muss, die ebenso zeitgeistig sind wie die unsäglichen Einkaufstempel an den ausfransenden Stadträndern. Es scheint, als seien auch die Tage der Postfiliale Riethüsli gezählt. Dies kaum wegen des unerwünschten Besuches sprich Einbruchs – nein, so genannte Sparmassnahmen, während andernorts, weiter oben, die Börsen prall gefüllt sind.
Die jüngeren und älteren Menschen, die bei Thomas Christen und seinem Team eingekauft haben, werden sich in der Stadt eindecken müssen, neben den Grossverteilern bleiben nicht mehr viele Ausweichmöglichkeiten – eine und ich meine die Wichtigste davon wäre diese Adresse, mindestens für alle jene, denen gesunde, faire und regionale Produkte  – und ein genossenschaftlich geführter Betrieb – am Herzen liegen. Daneben bleiben der freitägliche Bauernmarkt sowie der Mittwochs- und Samstagsmarkt mit ihren langjährig vertrauten Gesichtern und Produkten: sie und sie. Und sonst ist nicht mehr viel… kaum ein Käsehändler, der so eine Vielfalt, gerade auch von den innovativen Toggenburgern, beispielsweise von ihm oder vom käsenden Paar aus Andeer anbietet.
Wie sich die Schliessung des Quartierladens und ggf. der Post (die Unterschriftensammlung wird nicht gross beeindruckt haben) auf das Quartierleben und geplante Bautätigkeiten auswirken werden, wird sich zeigen. Sicher ist, dass noch ein Stück mehr Monokultur Einzug halten wird, dass ein herzwärmender, positiver und unterstützender Ort fehlen wird und dass ein menschenfreundlicher, nachhaltig denkender Ein- und Verkäufer abtreten wird/muss. Was nicht nur für die KundInnen ein herber Verlust ist, sondern auch für jene Lieferanten, die ihre Preziosen niemals einem Grossverteiler anbieten möchten. Und: ganz gewiss ein „Chef“, wie es sie viel zu selten gibt … einer der seine MitarbeiterInnen als grosse Familie sieht und entsprechend mit ihnen umgeht. Traurig, schade und ein Beispiel mehr für den steten Wandel.
Danke, Thomas, danke liebes Verkaufsteam – wir haben oft gelacht und das ist gut!

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