Archiv der Kategorie: Tiere

Schneebesuch(er)

Der erste Besucher an diesem winterlich wirkenden Samstagmorgen, an dem die ARGA-Menschen länger als sonst am Frühstückstisch sitzen bleiben, ist Herr Reineke junior. Er wähnt sich völlig unbeobachtet und wälzt sich im Puderzuckerschnee, bevor er rund ums Lärchenhäuschen rast. Er weckt Erinnerungen an jenen Artgenossen in der Toskana, der jeweils neben den Gartentisch kam, an dem die Ferienleute sassen und assen. Kulturfolger – wie die Stadtfüchse oder die Krähen… Dass hier keine Jagdflinte steht, kann er nicht wissen…

Das Bild ist unscharf, Überwachungskamerabilder halt…

Eigentlich…

wartet ja „Nordwärts Teil 3“ auf seine Fertigstellung, doch heute erwies SIE der schreibenden Gärtnerin ihre Referenz. Eine Kreuzspinne (davon gibt es ganz viele Sorten), alle spinnen die so genannten Radnetze und werden deshalb auch Radnetzspinnen genannt. Als Spinnenfan würde sich die Schreibende nicht bezeichnen, doch sie lebt in friedlicher Koexistenz mit Mama Weberknecht und ihrer Sippe, wohlwissend, dass dies für Andere Grund zur Flucht wäre. Der Biss einer Kreuzspinne sei unangenehm aber „unrelevant“, so weit soll es nun doch nicht kommen…

Besuch: so oder so

Seine Anwesenheit auf den Karden, deren Höhe das der 173,5 cm grossen Schreiberin (fünf cm sind den zunehmenden Jahresringen geschuldet…) übertrifft, freut: Ein Admiral, pazifistisch, versteht sich und Hummeln in grosser Zahl. Beide scheinen genau wie Distelfinken eben diese stachligen Gewächse zu lieben. Andere Besucher hingegen machen sich grad etwas unbeliebt, allen voran ein Tier, das in der Beliebtheitsskala der Hügelbewohnerin einen Spitzenplatz einnimmt (einnahm??): Herr Rehbock jun. Ihm fiel in einer der lauen Nächte nichts Schlaueres ein, als fremde, lange gehegte Kletterrosen einfach abzufressen, ebenso eine Taglilien-Pflanze (neue Sorte der Sativa, letztes Jahr gepflanzt…) sowie – und das ist die Tat, welche die Liebe um einige Grade kühlt – wenn auch vorübergehend, wie es mit der Liebe ja oft so geht – also der freche, pubertierende und asymetrisch gehornte Paarhufer frass hemmungslos alle Seerosenblätter aus dem Wassertrog. Unglaublich, am Tag darauf äugte er ohne sich zu schämen vom Garten her in die Küche der Schreiberin (welche das nicht wahrnahm der es aber später rapportiert wurde) und in der Folgenacht besass er die Dreistigkeit, ein über den Wassertrog gelegtes Gitter zu verschieben um eine weitere Wasserpflanze zu fressen. Menschenhaare müssten ausgelegt werden oder getragene Socken, wird einem empfohlen. Zwischen den verbliebenen Rosenzweigen liegt nun ein getragenes Kleidungsstück, Haare lassen geht nicht, weil sie eh schon kurz getragen werden… Frida die Hügelkatze taugt nicht als Pflanzenschutzkatze, eine Rehscheuche muss her, sehr bald!
Die zweite Garnitur der eher unerwünschten Besucher sieht so aus:

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Zu was sich diese Raupen entpuppen, weiss die Gärtnerin nicht – weil die Kapuzinerkresse doch recht üppig schiesst, wird ihnen der Frass vorläufig  zugestanden. Weniger erwünscht sind die lästig grünen, fast unsichtbaren Raupen der Kohlweisslinge… die nächtlichen Besuche der Schnecken gehören in die gleiche Kategorie. Würde doch die Kröte, die in Kompostnähe gesichtet wurde, Schnecken fressen…

Der Gewöhnliche

Er ist früh aufgefallen, sehr früh. Sein monotones Rezitieren erklang täglich, bei jeder Witterung und zu jeder Tageszeit. Er setzte sich auf jeden Baum des Hügels, um sich akustisch bemerkbar zu machen. Sein „Gesang“ frass sich schier in meinen Gehörgängen fest – verfolgte mich, von Ost nach West und wieder zurück. So präsent war (und ist) er, dass er auch hier erwähnt werden mag.
Der Buchfink ist DER Universalvogel. Die ersten Lieder im Humangesangsunterricht hätten es schon erahnen lassen müssen. Da war nämlich von Amsel, Drossel, Fink und Star die Rede. Ornithologisch gesehen eine etwas verwirrende Aufzählung, weil ja die Erstgenannte eine Drossel (Schwarzdrossel) ist und die Drosseln eine Art aus der Ordnung der Singvögel. Schulgesangsbücher müssen also zumindest in diesem Bereich nicht sonderlich korrekt beschreiben. Beim im Lied genannten Fink wird ganz gewiss der Buchfink gemeint sein. Diesen kannte zumindest während meiner Heranwachsenszeit nämlich wirklich fast jedes Kind und  meine Erzieher kannten ihn  schon an seinem Buchfinkenlied auf Anhieb, welches von eben diesen  als „ziziziziwillspöizia“ in Kindersprache übersetzt wurde. Ich habs verinnerlicht – er klingt wirklich etwa so (ausser jener bei uns auf dem Hügel, der kann nur „ziziziziziwiiiii ——–dann verlabbert er sich in Unverständlichem. Trotzdem ist er sicher ein Buchfink. Ich gebe zu, seine Dauerpräsenz hat bei mir kein freudiges Herzklopfen ausgelöst. Wer so abseits wohnt, wünscht  sich doch mindestens den Besuch eines Distel-, Berg- oder Grünfinken, doch nicht jenen, der auch in der Stadt von allen Dächern pfeift. Derweil nun auf dem Hügel die angebotenen Vogelwohnungen bezogen wurden und nebst den Meisen und Rotschwänzen auch ein Trauerschnäpperpaar erfolgreich brütet, übt der Buchfink noch immer unverdrossen seine noch immer unvollständige Litanei – ich glaube er hat ob all den Singversuchen den Vogelfrühling verpasst – und ist vielleicht grad deswegen etwas Besonderes in der weltweit schier unendlich grossen Population der Buchfinken.

 

 

 

Zurück

Die Unschärfe ergibt sich aus dem leichten Schaudern, dass die schreibende Gärtnerin immer dann befällt, wenn bestimmte Lebewesen ihre Aufwartung machen. Sie sind nicht von Weiten zu sehen, plötzlich da, heute morgen knapp neben der Stiefelette. Hoppla. Der Minidrache ist aufgewacht. Diesmal entdeckte sie ihn beim Kellereingang (hat er bzw. sie eventuell im Keller geschlafen???) Weg mit dem Gedanken, trotz der zögerlichen Zuneigung freut sich das tierliebende Herz über jeden Falter, die Insekten, Hummel etc. und drum auch über den Feuersalamander. Es schien, als bewege er sich leicht torkelnd vorwärts, winterschlafsturm im Salamanderkopf, erschrocken vielleicht, dass Regen und tiefere Temperaturen sein in-die-helle-Welt-tasten begleiten. Wie auch immer, er ist inzwischen nicht mehr auffindbar und Frida, die Kapriziöse ist gewarnt. Bisher ist Jakob noch nicht aufgetaucht, mindestens liess er sich beim täglichen Inspiziergang rund um die Seerosen nicht blicken.
Grundsätzlich allen Tieren zugetan – so zugetan, dass sie sicher nicht als Fleischspeise auf dem Teller landen – sind der Schreiberin die Felltiere näher als die oben erwähnten. Und doch ist eine merkliche Verschiebung wahrnehmbar. Gewiss wäre es vor ein paar Jahren nicht möglich gewesen, das Phone aus dem Rucksack zu klauben und näher zu gehen.. das geht, Klopfherz inklusive. Es geht, genauso wie es gelingt, zu jäten und Würmer berühren oder irgendwelche Raupen abzulesen. Übungsfelder bleiben die gefleckte Tigerschnecke oder eine Blindschleiche. Reden wir nicht vom Schlimmsten… das ist klein, gräulich und trägt ein Fell mit rosa Schwänzchen. Puuh. Das dauert noch, bis von „mögen“ die Rede sein kann! Immerhin: das Haselmäuschen, das sich letztes Jahr beim Kompost aufhielt, verdient mit seinen Knopfaugen das Prädikat „liebenswert“. Und: die Übungstiere sind alle ausser Haus…

Nachgereicht

Die Fotos erinnern an Bilder von Bankräubern, welche von einer Videokamera gefilmt wurden… die hier stammen aus der Hausüberwachungskamera 🙂
Halbwach, Morgengrauen, durchs Fenster geknipst, drei Meter entfernt und latent das Gefühl, nächstens kommen die Tiere die Steinstufen hoch und ziehen am Strang der Türglöckchen. Nach Jahren des Hierseins steigt noch immer Freude auf, wenn sich ein oder wie häufig mehrere solcher Paarhufer zeigen…

Neuntöter’s Mundvorrat

Die Natur beschert uns Eigenartiges – und nicht immer erschliessen sich uns die Abläufe und Hintergründe auf der Stelle. Oftmals begreift Mensch nur bei genauem und längerem Hinschauen und Beobachten. Diese Heuschrecke ist nicht in suizidaler Absicht in die Weissdornhecke geflogen und hat sich so fein säuberlich aufgespiesst.

300px-Neuntoeter   Männchen                         5160_1  Weibchen

Der Vogel ist an einem Sonntag im Juli aufgefallen. Einerseits ein neuer Ruf und andererseits seine Aktivität in einer der nahen Hecken. Unschwer konnte er rasch als Neuntöter identifiziert werden. Die Freude über den nicht gerade alltäglichen Besucher steigerte sich ein paar Tage später, als die Altvögel bei der Fütterung von noch nicht ganz selbständigen Nestflüchtern beobachtet werden konnten. Es hatte also (bis dato unbemerkt) eine erfolgreiche Brut stattgefunden.

Der Neuntöter (auch Rotrückenwürger) ist ein Sperlingsvogel aus der Familie der Würger und ist nur noch gelegentlich anzutreffen. Sein Habitat sind mit dichten  Hecken und reichlich Buschwerk durchsetzte Wiesen in eher trockenen Lagen. Die Brut findet gut geschützt in eben diesen Hecken statt. Der Vogel hat die Gewohnheit, seine Beute bis zur Grösse von Mäusen in Dornhecken aufzuspiessen. Früher wurde behauptet, er lege sich so zuerst einen Vorrat von neun Beutetieren an, bevor er zum Verzehr schreite, deshalb sein ungewöhnlicher Name. „Unsere“ Neuntöter  haben sich als Fressplatz stets den selben Heckenabschnitt ausgewählt, wo ich nach mehrmaliger Nachschau auch die „gepfählte“ Heuschrecke fotografieren konnte. Dem uneingeweihten, zufällig hinschauenden Spaziergänger könnte diese Situation doch einiges Kopfzerbrechen bereiten…….

 

Visite, die zweite

Die Gärtnerin absolviert an Tagen mit auswärtigen Verpflichtungen morgens und abends eine Gartenrunde. Schnecken ablesen, Schädlinge-Nützlinge beobachten, zwecks Erste-Hilfe-Massnahmen oder Planen des nächsten Essens aufgrund des Reifezustandes von Gemüse oder Salat. Rote und gelbe Krautstiele riefen an diesem Morgen nach baldiger Verwertung, Vorfreude für die Grünblattliebhaberin. Gratiniert, als Quiche oder zusammen mit Ricotta als Füllung für Cannelloni u.v.m., – sie mag es, mit dem zu kochen, was grad zur Verfügung steht. Ein Arbeitstag fliegt vorbei, die Gärtnerin ist wieder im Garten, auf den Stufen hinauf zum Gemüsegarten stockt kurz der Atem. Da stehen rote und grüne Krautstiel-Stengel, blattlos, in unterschiedlicher Länge. Kurz nur streift sie der Gedanke, ob sie selbst am Morgen in einem umnachteten Anflug die Blätter gemeuchelt habe – da sie jedoch morgens wach – wirklich früh wach! – ist, verwirft sie den Gedanken sogleich und geht näher. Da ist weiterer Mangel zu entdecken: es fehlen neben den Krautstielblättern Teile des Mangolds, eineinhalb pflückreifer Lattich und Teile eines Batavia sowie alle Blüten zweier Geranien, die auf einem Baumstrunk standen. Die forensische Ader der Gärtnerin sieht es rasch. Ein paarhufiges, wiederkäuendes, vegetarisch lebendes Tier war zu Besuch, die Spuren am Beetrand verraten den erneuten Besuch eines Rehs. Die kurze Entrüstung ist rasch verflogen, gehört doch dieses Tier zu jenen, welche die Gärtnerin besonders mag. Was nicht heisst, dass ich die jungen (dickwurstähnlichen) Dachse, die ich aktuell abends am Waldrand beobachten kann, nicht auch drollig finde… Zum Vergrössern der Bilder diese anklicken!

„Einliegerwohnung“

Auch hier hat es Jahre gedauert. Die Wohnung war sicher schon arg verstaubt seit der letzten Abnahme, aber das wird wohl kaum der Grund für das jahrelange Zögern der potentiellen Mieter und Mieterinnen gewesen sein. Grundsätzlich werden solche Angebote in meist landwirtschaftlich genutzte Gebäude gezimmert, um entweder die Tagjäger  (Falken) oder aber die Nachtaktiven (Schleiereulen) als Gäste in den Hofperimeter anzulocken. Oft nicht ohne den Gedanken des Eigennutzes natürlich, den beide Gattungen, die allenfalls einzuziehen gedächten, sind eifrigste Mäusejäger. Die Dachwohnung die ich seit Jahren beobachte, ist in der Stirnwand einer alten Scheune auf dem Hofareal eingerichtet. Hinter dem Einflugloch mit vorgelagertem Lande-und Abflugbrett, fast im Gibel des Gebäudes, ist eine grössere rechteckige Holzkiste ins Gebäudeinnere eingebaut. Immer zur Frühjahrszeit fanden sich Turmfalken zu Besichtigungsterminen (manchmal mit probewohnen) ein. Die Aufenthalte wurden immer wieder abgebrochen, wohl wegen der regen Betriebsamkeit des Bodenpersonals. So wie sich nun die Lage seit mehreren Wochen präsentiert, und so selbstsicher wie sich der Greif auf dem Foto gibt, gehe ich davon aus, dass es dieses Jahr klappen könnte und die Einliegerwohnung zu einer Falkenkinderstube wird……ich werde weiterbeobachten und gegebenenfalls berichten.

 

Nicht die feine Art …

Gartengedankenversunken kniet die Gärtnerin unter sich wiegenden Lärchenästen, die Hände wühlen im Humus, platzieren Regenwürmer um (ja, liebe E…. gell das würdest du gar nicht mögen!) und graben Platz für die Astilben. Das Geräusch ist ungewohnt, grad hinter mir: ich drehe mich um und sehe Frida die Katze den astlosen Stamm hinauf klettern und vor dem Vogelhäuschen lauschen. Das sind etwa fünf Meter ab Boden, welche die Tochter der Waldkatze ohne Mühe schafft, um dann mit ihren Pfoten ans bewohnte Vogelhäuschen zu tasten. Mein Schimpfen und ins Katzengewissenreden hat sie zwar zum Abstieg bewogen, wie lange sie dem Ort fernbleiben wird, steht anderswo. Ja! Sie bekommt regelmässig Futter und jagt auf den umliegenden Wiesen Mäuse. Bei aller Bewunderung für die Kletterkunst – das ist nicht die feine Art und gehört irgendwie gestoppt…