Kopfreise

Bedrückend und schön, fast tägliche Realität: Ungeahnte Welten entdecken (Musik, meistens; Bücher, Bilder, Künstler; Seelenverwandte, zu selten, leider…), zufallend, weil die Schreiberin vor dem Gang ins Stadtbüro ins nahe Café geht, die Kulturseiten samt Espresso geniesst und irgendwo, ganz klein, findet sich ein Hinweis, sie liest ihn, „In My Solitude“ – solitudine – es gibt Worte, die haben eine ganz eigene Magie, Melancholie wäre so oder mäandern oder Meerhaut oder … der Hinweis auf ein Konzert mit Branford Marsalis, notiert, gehört, fortgetragen – noch einmal ein Mintdrink im Ritablue – und DIESE Musik… in Barcelona…

 

Losung

Wintertage rufen nach einer alten Liebe, einer die bleibt – über den Lebensabschnitt hinaus, mitgeht und mitkommt, treu – wenn die Liebende andere Wege geht, in fremden Büchern schwelgt, um dann, an Tagen wie heute, beim Anblick der Hügeldünen wieder an ihn zu denken, an ihn und den andern der Beiden – sie mag beide sehr und das geht ohne Eifersucht oder Streit, weil sie, die Haiku-Dichter längst anderswo sind, fern und der Lesenden doch so nah.

Issa (1763-1827)
schrieb

Ein Wolf! – das sieht man
dieser Losung an. – Die Kälte
wird noch beissender…

Vom anderen wird zu lesen sein. Später.

 

Zum neuen Jahr – bedingungslos

Zum ersten Tag des neuen Jahres stellten sich zwei von drei Kindeskindern ein. Die grosse Mutter bekam diverse Coupons* mit „Geschenken“. Ausgangspunkt waren Fahrkarten für Reisen, die von der nahen Stadt in die entferntere (Zürich) wiesen, dann nach England, Australien und schliesslich in „Aufallelendergültig, nur zeigen“ mündeten. Dazu gabs „Medizin, gratis“ ebenso wie „Hotelzimmer, gratis“ oder „Freundinnen, gratis“. Der noch nicht Siebenjährige versah seine Nonna auch mit Reisegeld. Mit bedingungslosem.

Wären oder sind es nicht die allerschönsten Geschenke – wenn etwas erwartungs- und bedingungslos geschenkt wird? Klar, jedeR nimmt für sich in Anspruch, ohne erhoffte Gegenleistung zu schenken, wie oft es anders ist, erfährt, wer mutig genug ist, am Glanzpapier zu kratzen und tiefer zu schauen. Die Schenkmotive sind vielfältig – aus dem Herzen schenken, um Freude zu bereiten, Liebe oder ähnliche Regungen auszudrücken und völlig erwartungslos – eben bedingungslos, das ist die hohe Kunst und die ist nicht an Geld gebunden.
In diesem Sinne wünsche ich allen, die hier vorbei schauen, für das junge Jahr 2016 absichts- und bedingungslose Zuwendung; Glücksmomente, die aus dem eigenen oder dem Gegenüberherz kommen; Achtung und Liebe, die ohne Wenn und Aber fliessen, nicht in Kategorien denken und neben Menschen auch Tiere und Pflanzen als lebendige Wesen ehren. Einverstanden – Lebensaufgaben…!
*Fotoqualität situationsbedingt;-)

 

Nordwärts Teil 3: Bruchstücke aus Schweden

Kunst, Wasser und Wald fallen der Reisenden als spontane Oberbegriffe für den dritten und abschliessenden Teil dieser Nordwärts-Trilogie ein. Sie bleiben auch nach einigen Minuten, nein Wochen! Nachdenken wesentlich und bedeutsam – dass dabei ein meteorologischer Traumsommer Einfluss hat, zeigen die Bilder. Andersrum wären vermutlich Wasser und Wald etwas in den Hintergrund gerückt, dafür wäre es die eine oder andere Ausstellung mehr geworden, vielleicht wäre mal ein tolles Hotel zur Sprache gekommen oder eine vertiefte Innenansicht eines Gebäudes.
Über die Öresund-Brücke (Verbeugung vor der Ingenieurs- und Baucrew!) sind die Wildcamper nach Schweden gekommen. Weil vorgängig festgelegt war, dass „weilen wo es passt“ vor hektischem Abklappern vermeintlicher Sehenswürdigkeiten kommt, öffnete sich ein weites, grosses Feld bzw. Land und Landschaft. Es mag Gründe und Orte geben, wo organisierte Reisen ihre Berechtigung haben, für die Reisenden wären sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht praktikabel. So gestalteten sich viele Reisetage vorerst als unbeschriebene Blätter, mit mitreisender Schlafgelegenheit und einem Essensvorrat für die nächsten 3 Tage. Wald, Wald, Wald, Seen und Seen die eigentlich Flüsse sind, das Meer und ja sicher! ein Elch am Strassenrand, der einzige auf der langen Reise.
Die abseits wohnenden Reisenden werden hierzulande immer wieder auf ihre für viele eigentümliche Wohnlage angesprochen: ob man ganzjährig hier wohne, wie man da denn einkaufe und vor allem, ob frau denn keine Angst habe, durch den Wald und so abseits und so weiter und so fort. Nun also, die besorgten Frager sollten mal nach Schweden: es gibt natürlich Dörfer und Städtchen, doch sehr viele Menschen wohnen in gerodeten Lichtungen im WALD! Die typisch roten Häuschen stehen da und was vielleicht alle eint, ist der stets perfekt geschnittene Rasen rund um diese Häuser. Die Fahrenden sahen an keinem einzigen Ort einen nicht perfekt geschnittenen Rasen. Vor gut zwanzig Jahren ausgewanderte Schweizer, denen die Reisenden einen Besuch abstatteten, wussten, dass das der perfekte Rasen unabdingbar ist. Um nicht gegen eine ungeschriebene, aber unumstössliche Regel zu verstossen, fahren Enkel samt Rasenmäher zum Haus der gerade erkrankten oder auslandabwesenden Grossmutter.

Abgesehen vom Sein und Leben in der Natur gab es Zwischenhalte, wie hier in Bergdala, einer der verbliebenen Glasbläsereien in einer Region, in der dieses Handwerk einst sehr verbreitet war. Dass aus Sand letztlich Glas wird – ein erstaunlicher und spannender Vorgang.

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Nicht immer ganz einfach gestaltete sich die Suche nach „wilden“ Stellplätzen – das mag durchaus mit der Erwartungshaltung der Reisenden zu tun haben (Waldlichtung, Seezugang, Beerenvorrat, keine Häuser…). Mit etwas Effort und kleineren Abstrichen gelang es fast immer, „gut“ zu übernachten. Wobei zu sagen ist, dass die Fahrenden in Kopenhagen und in Stockholm auf einem stadtnahen Campingplatz waren (ca. 10 km ausserhalb der Stadt) und dann jeweils per Velo in die Städte fuhren. Über Campingplätze und die dort zu beobachtenden Phänomene wäre ein seeehr langer Beitrag zu schreiben.
Der Idealplatz der Reisenden sieht etwa so aus:

Unweigerlich kommt die Frage nach den Mücken. Eine Woche vor Reiseantritt schluckte die von den Mücken geliebte Schreiberin homöopathische Chügeli (verändern die Körperausdünstungen… hmmm….), dann kam Spray forte mit und Mückengitter. Was traf frau an: ja, es gibt Mücken. Bevorzugt beim Eindunkeln und auffliegend, wenn frau durchs Heidelbeerpolster schlurft. Insgesamt waren im Norden aber nicht mehr deftige Mückenstichstellen zu erdulden als einem Schweizer Open-Air oder in Süditalien.

Bei aller Verbundenheit mit der Natur bestätigte diese Reise gewisse Vorahnungen (mindestens für die weibliche Hälfte des Reiseduos): Die Topografie im Landesinnern ist geprägt durch Wald und Wasser und wird mit der Zeit auch eintönig, mindestens wenn sie mit der spannungsreichen CH-Landschaft verglichen wird. Das ändert in Küstennähe und stimmt nicht für den südlicheren Teil Schwedens, wo eine etwas hügeligere Landschaft vorherrscht. Fast bedrückend wirkt sich (für die Schreibende) die Tatsache aus, dass kaum eine Erhöhung einen minimalen Überblick ermöglicht. Gut, sie ist appenzellerhügelgeprägt – soviel müsste es gar nicht sein, doch ab und zu den Blick „übers Land“ schweifen lassen, hat schon eine hohe Qualität. DAS war selten möglich und erzeugte dann und wann ein Gefühl von „in der Landschaft ersticken“. Wie es oberhalb von Uppsala aussieht, kann nicht beurteilt werden, die verschlafene Universitätsstadt war der nördlichste Punkt dieser Reise.

Stockholm – zwischen Mälarsee und Ostsee auf 14 Inseln liegend, bietet unendlich viele Sehenswürdigkeiten und hat ganz viel „Südliches“. Wie bereits in Kopenhagen waren die Reisenden auch hier ausschliesslich mit dem Velo unterwegs, was in diesen velofreundlichen Städten pure Freude ist und weit weniger müde macht als das Unterwegssein zu Fuss, in Bus oder Metro. (Vom Gegenwind mal abgesehen…). In solchen Momenten wünscht frau sich das Appenzellerland flacher ;-). Oder evaluiert die Anschaffung eines E-Bikes.

Eine Fotostrecke möge einen kleinen Einblick geben in die Tage in der nordischen Metropole, in der gleich wie in Kopenhagen Architektur und Kunst am meisten Platz bekamen. Damit wird die Nordtrilogie abgeschlossen – sie muss zeitgeschuldet fragmentarisch bleiben und kann verschiedenste „Brennpunkte“ nicht ausführen – wir hatten die sehr geschätzte Gelegenheit, bei einem Schweizer Paar, welches seit langem in Schweden lebt, unsere Beobachtungen zu diskutieren. Ein eindrücklicher und aufschlussreicher Reiseabschluss!

 

Begegnungen

Ein paar Stunden mehr frei, eine spontane Einladung und ein minimaler aber doch mutmachender Zuwachs an Energie gebiert ein facettenreiches Wochenendprogramm:

Wiedersehensfreude, Seefarben die eine Handykamera nur rudimentär wiedergibt; Kunst, die beflügelt, bedrückt, begeistert; eine Begegnung mit einem Fremden in der Bundeshauptstadt und gleichenorts Ohrenzuhalten beim Aufmarsch der Demonstranten (bewusst die männliche Form gewählt) und beim Marsch heimwärts ein ganz besonderer Abendhimmel.

Das Bild zum See ist oben – Nebel, Kälte und die Farben liessen den Brienzersee und seine Umgebung geheimnisvoll mystisch, kühl und unnahbar wirken – rege Begeisterung bei der Panoramaliebhaberin.
Ueber Bäume „About Trees“ heisst die aktuelle Ausstellung im Paul Klee Zentrum in Bern, namhafte Künstlerinnen und Künstler stellen aus, die Schauende stand unter der glücksbringenden und schutzgewährenden Birke und wanderte von Abteil zu Abteil – lohnenswert – fast jedes Werk hätte Vertiefung und Erwähnung verdient – zwei bzw. drei bleiben in besonderer Erinnerung:

Peter Doig, der Maler, mit dem die Reisenden in Kopenhagen Bekanntschaft machten – leider einseitig, aber man wäre wohl in jedem anderen Falle sprachlos gewesen, von ihm gibt es in Bern zwei Bilder, eines davon ist dieses:

033Bitter, dass frau seine Ausstellung in Basel verpasst hat…

Mehr als betroffen macht das Werk der Künstlerin Berlinde De Bruyckere, die einen vom Wind gefällten Baum bearbeitet und mit einer wächsernen Schicht überzogen hat. Das Werk weckt Assoziationen an abgesägte Körperteile, ein Schlachttier, Verletzungen, Blut, an Lappen die um Wunden gelegt wurden, Krieg – und an einen schutz- und wurzellosen Baum der er ist. Bei der Betrachtenden wurden auch Erinnerungen wach an Werke von Louise Bourgeois. Schwer, den Blick nicht abzuwenden und ebenso schwer, ihn abzuwenden… Nachhaltigkeit garantiert!
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Das Ausstellungsplakat von „About Trees“ zeigt ein Videostill aus der Arbeit von Shirin Neshat. Inspiriert von einer Saga über Tooba, den heiligen Baum, verbindet diese Videoarbeit Gedanken zum symbolischen Stellenwert des Gartens in den mystischen Traditionen Persiens und Assoziationen zu kollektiven Ängsten, Verletzlichkeit und Macht. Wem welche Attribute zukommen, bleibt offen. Archaische, starke Bilder.

031In der Absicht, sich einer Berner Buchhandlung einen Überblick zu verschaffen (das ist seit dem Leselernalter gleich geblieben: irgendwo vorgestellte Bücher, Rezensionen etc. haken sich in den entsprechenden Hirnwindungen fest… kürzlich fielen der schreibenden Leserin die SJW-Hefte ein und dass sie davon als Schulkind frei bestellen durfte wie überhaupt der Lesestoff im Elternhaus nie fehlte: viele Bücher, zwei Tageszeitungen und mehrere Wochenblätter, Hefte und Magazine kamen regelmässig ins Haus…)
Also: so unterwegs begegnete der Buchliebhaberin ein Mann bzw. ein vollbepacktes Velo samt Mann. Dass soviel auf einem einzigen Fahrrad Platz finden kann, erschien ihr als kleines Wunder und ihr Blick ging vom Fahrrad zum Mann und vom Mann zum Fahrrad – vermutlich genau so lange, dass der Mann Mut fasste und seinen beladenen Drahtesel Richtung Frau steuerte. Hinten am Fahrrad baumelte zwischen Länderflaggen eine kleine Pfanne, eine Tasse, darunter ein Zelt samt Schlafsack. Sie sprach zuerst. Das sehe nach längerer Reise aus, sagte sie und er: ja, seit dem Frühling sei er unterwegs, durch die nordischen Länder und jetzt sei er hier und es sei kalt geworden. Nein, keine Vergnügungsreise – die Frau sah, dass er mehrere Kleider übereinander trug und wohl keine weiteren bei sich hatte – er sei aus Rumänien und habe sich aufgemacht, um Arbeit zu suchen um seine Frau und seine drei Kinder zu ernähren. Mittlerweile sprechen Mann und Frau italienisch, ob sie ihm nicht eine Arbeit geben könne, fragt er, damit er noch ein paar Franken mitnehmen könne, er wolle zurück und könne nicht mehr draussen schlafen.Im Café erzählt er  aus seinem Leben – trist, schwer, ohne Perspektive und wie die Beiden da sitzen in diesem Berner Café befällt die Frau Scham – nicht wegen ihm, dem Mann der auffällt in diesen eleganten Räumen, nein die schön-polierte Oberfläche von Gästen und Raum sind es, der Schaum auf dem Café, das Gefälle, das in diesem Moment so sichtbar ist, getrennt durch den Tisch zwischen den Beiden. Arbeit hat sie keine zu vergeben. Das Büchergeld reist mit ihm.

Zurück im Osten warten Alletage und Arbeit: statt das Fehlende zu beklagen sei das Vorhandene zu würdigen: für den gestrigen Montag ist das dieser Abendhimmel, der die Hügelfrau auf ihrem Heimweg begleitet. Und Dankbarkeit für alle Begegnungen …

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Das Geschenk am Stadtrand

Nordreisend machten die Schreibenden auch in der schwedischen Metropole Halt. Die Stadt, die  auf 14 Inseln im Schärengarten vor der Ostsee  gewachsen ist, lässt sich nicht so einfach überschauen.  Der alter Stadtkern (Gamla Stan) und das angrenzende Fährhafengelände sind der einfacher zu erkundende Teil. Viel Interessantes liegt um dieses „Zentrum“ auf den umliegenden Inseln, verbunden mit unzähligen Wasserwegen und Brücken. Landratten wie unsereiner müssen da zuerst mit all den Kanälen zurechtkommen. Zum letzten Aufenthaltstag lockte ein Besuch auf die Insel Lidingö, dort, so versprach ein kleiner Eintrag im Reiseführer, befinde sich der öffentlich zugängliche Garten eines bekannten schwedischen Bildhauers   –  Millesgården.  Das Wetter zeigt sich für einen Gartenbesuch von der allerbesten Seite und die Reisenden finden sich erwartungsvoll und zeitig  – vor Pfortenöffnung – an der Adresse inmitten eines Wohnquartieres ein.

Was der Herr, der um 10 Uhr die Tore zum Garten offnet, für die BesucherInnen zugänglich macht, ist mehr als eine Ueberraschung und rechtfertigt allein eine Nordreise. Anfangs ungläubig in die Morgensonne blinzelnd, betreten die Gartengäste durch ein niedriges einfaches Empfangsgebäude eine Garten – Skulpturen Anlage von betörender Schönheit . Der auf verschiedenen Ebenen angelegte  Garten mit den darin eingebetteten und installierten Skulpturen ergreift die Besuchenden nicht bloss auf der visuellen Ebene. Man taucht ein, und das Getriebe der Stadt ist weit weg – auf Kieswegen über Treppen und Terrrassen, vorbei an teils riesigen wasserspeienden Figuren, ästhetisch anspruchsvollst gestalteten Wasserbecken oder zierlichen, scheinbar im blauen Himmel hängenden Tänzerinnen und Posaunen spielenden Engeln. Man erkundet das Reich des des Künstlerpaares Carl und Olga Milles, die an eben diesem Ort gelebt und gearbeitet haben und dieses einzigartige Kleinod am Stadtrand der Nachwelt hinterlassen haben. Erhöht, mit Blick über Garten und Stadt, stehen vom Architekten Karl Bengtsson entworfen das grosszügige Wohnhaus und Atelier des Paares. Die Räumlichkeiten sind dem interessierten Besucher ebenfalls zugänglich und eröffnen Einblicke in die persönlicheren Vorlieben der einst hier Lebenden. Die Affinität zum mediterranen Kulturraum mit entsprechenden Farben, Formen und lichter Raumgestaltung verleitet dazu, sich viel weiter südlich zu wähnen.  Inmitten der Anlage lädt ein Bistro zu Speis und Trank ein und man möchte einfach in diesem Garten bleiben – den ganzen Tag…………….

 

 

 

Schneebesuch(er)

Der erste Besucher an diesem winterlich wirkenden Samstagmorgen, an dem die ARGA-Menschen länger als sonst am Frühstückstisch sitzen bleiben, ist Herr Reineke junior. Er wähnt sich völlig unbeobachtet und wälzt sich im Puderzuckerschnee, bevor er rund ums Lärchenhäuschen rast. Er weckt Erinnerungen an jenen Artgenossen in der Toskana, der jeweils neben den Gartentisch kam, an dem die Ferienleute sassen und assen. Kulturfolger – wie die Stadtfüchse oder die Krähen… Dass hier keine Jagdflinte steht, kann er nicht wissen…

Das Bild ist unscharf, Überwachungskamerabilder halt…

Wie wenn frau es nicht sowieso schon wüsste…

… dass auch der längste Sommer irgendwann vorbei ist, endgültig vorbei, ja dann wäre das hier die finale Bestätigung. Gefunden ein paar Schritte vor dem Eingang zum Stadtarbeitsplatz. Die Kippen, das sei gesagt, stammen nicht von der arbeitenden Schreiberin, in den Schuhen hingegen (Waldviertel, was sonst) stecken die Füsse einer Frau, die sich an die Wärme träumt …

Eigentlich…

wartet ja „Nordwärts Teil 3“ auf seine Fertigstellung, doch heute erwies SIE der schreibenden Gärtnerin ihre Referenz. Eine Kreuzspinne (davon gibt es ganz viele Sorten), alle spinnen die so genannten Radnetze und werden deshalb auch Radnetzspinnen genannt. Als Spinnenfan würde sich die Schreibende nicht bezeichnen, doch sie lebt in friedlicher Koexistenz mit Mama Weberknecht und ihrer Sippe, wohlwissend, dass dies für Andere Grund zur Flucht wäre. Der Biss einer Kreuzspinne sei unangenehm aber „unrelevant“, so weit soll es nun doch nicht kommen…