Abgrenzen

Klara gibt ein Fest. Sie hat Freiraum geschaffen für sich selbst. Gefeiert wird das «Abgrenzen». Selbstverständlich gehören auch die Zwillinge «Grenzen setzen» und «Grenzen ziehen» dazu. Sie haben ihren Bruder, den «Grenzschutz», mitgebracht. Kaum begrüsst, wird auch allen klar, dass er unverzichtbar ist in dieser Runde. Ungeladen rückt nämlich der andere Teil der Verwandtschaft heran. (Ob mütterlicher- oder väterlicherseits ist nicht mehr herauszufinden.) Schon von Weitem hört man sie rufen: Wir wurden ausgegrenzt, wir lassen uns das nicht bieten – wir versetzen Grenzen – wir lösen Grenzen auf – wir überschreiten sie. Eine helle Stimme ruft unentwegt: Wir bauen Brücken, eine andere: Schmetterlinge fliegen frei. Wie unterschiedlich und eigenartig klingen die Rufe aus diesem Lager. Klara ist verwirrt. Unvermutet steigt ein Traum in ihr auf. Der Traum von spontaner Begegnung und grenzenloser Freiheit. Mit einem tiefen Atemzug wendet sie sich wieder ihren Gästen zu. Heute ist das «Abgrenzen» ihr Fest und sie will es in vollen Zügen geniessen. Sie bittet den Grenzschutz auf seinen Posten. Sie weiss, sie wird in Kürze ein weiteres Fest feiern, zu gerne möchte sie die anderen Verwandten kennen lernen.

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