Lebensqualität

Hiesse es  Schande oder Fairness, das mir zugedachte Wort; hiesse es  Heimat oder Konjunktur, ich wüsste ebenso wenig Rat. Im Gegensatz zu Wörtern wie  Schwester oder Lebertran, da wär Auskunft leicht zur Hand; auch zu mundartlichen Appellen wie «schaad!» oder «Wonderfitz!», auch zu Flurnamen wie  Najenriet oder  Steingacht (Martin Hüsler bespricht sie der Reihe nach im Appenzeller Magazin), da wären Überlegungen rasch auf der Zunge …

Das mir zugewiesene Wort lautet aber Lebensqualität. Ein Wort für alles und jedes. Ein Wort für nichts. Also wertlos. Solche Vokabeln fallen zwischen zwei Menschen so gut wie nie, bedeuten zwischen Autor/Redaktorin in ihrer pp. Leserschaft so gut wie nichts. Es leben ja auch Moose, Birken, Eichhörnchen und Isländerinnen. Was wäre je ihre Qualität? Worin bestünde die Qualität je ihres Daseins? – Gerechte Anteile Trockenheit beziehungsweise Feuchtigkeit für die Moose! Nicht tief im Kalenderjahr nochmals schwer belastenden Schneefall, der die Baumkronen zerlumpt! Für Eichhörnchen Tannzapfenfülle im Spätherbst – und ein bleibend gutes Gedächtnis für die diversen Vorrats-Verstecke! Rund um die Insel Island Schonmeilen für Fischgewässer – und Rücksicht, viel lieber noch Dosierung der Touristen-Meute … Ich bin – Sie lesen es – gegen Bausch-Wörter, Imponier-Vokabular, Worthülsen voreingenommen!

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