Schwermut

Beim Betrachten dieses mir zugefallenen Wortes tauchten vor meinem inneren Auge Bilder und Erinnerungen auf:

– Der regen- und nebelverhangene Alpstein, im Hochsommer des Juli, während meiner Sommerferien. Über Tage nur Grau in Grau, aus den Tälern aufsteigende Nebelschwaden: schwermütiges Wetter.

– Ein geheimnisvoller, dunkler Teich im Wald, darin ein sich langsam nach aussen bewegender Wellenkreis, ausgelöst durch einen hineinplumpsenden Stein: schwermütige Tiefe.

– Oder ich hörte bei diesem Wort auch Töne, Melodien: Zigeunerweisen aus Ungarn, oder, noch schwermütiger, das dunkle, melancholische Singen und Spielen der Roma aus Rumänien.

– Und nicht zuletzt löste das Wort auch Erinnerungen aus an vergangene Tage voller Schwermut, wo die Gedanken in mir schwerer und (be)lastender wurden, mich immer tiefer in die innere Dunkelheit und Sprachlosigkeit hinabzogen, bis dann – irgendwann – wieder Licht im Dunkel des schweren Gemüts aufschien.

Schwermut – ein bilder- und erinnerungsschweres Wort für mich.

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