Zuversicht

Das Wort «Zuversicht» ist mir von der Redaktion zugeteilt worden. Es ist ein gutes, starkes Wort. Als Kind hörte ich es zum ersten Mal im Religionsunterricht. Man sang: «Jesus, meine Zuversicht.» Es ist mir lange ein Wort der Kirche geblieben. «Hoffnung» war mir vertrauter. Jeder hofft immer wieder, auch wenn er so oft enttäuscht wurde. Das «Vielleicht» begleitet die Hoffnung. Sie ist die unzuverlässigere Schwester der «Zuversicht.»

In all den Jahren, die vergangen sind bis ich neunzig wurde, ist die Zuversicht immer öfter aus der Kirche zu mir in den Alltag gekommen. Dort ist sie geblieben. Wem sie mehr als nur ein leeres, wenn auch frommes Wort ist, dem gibt sie Boden unter den Füssen, stärkt den vom Leben gebeugten Rücken und lässt den Kopf sich erheben. Das «Vielleicht» weicht der «Gewissheit», dass es eine Kraft gibt, die uns stärkt und auch hilft, Übles zu ertragen. Wenn mir keine Hoffnung mehr bleibt, dass mir all die Pülverlein, Tabletten, Salben und Spritzen des Arztes zum Überleben helfen, soll mir doch die Zuversicht bleiben, dass ich dorthin gehen darf, wo das «grosse Erbarmen» auf mich wartet.

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